Samstag, 3. Februar 2018

Alle vier Jahre wieder (Repost).

Kniend: Die SPD-Basis.
Ich tippe ja mal drauf, daß die SPD-Basis dem Koalitionsvertrag zustimmen, wenn er dann verhandelt ist (was kommen wird). Das ist die einzige Partei, deren Mitglieder den fassungslosen Ausruf "Wie dumm kann man eigentlich noch sein?" als Herausforderung auffassen.

Hey, ihr Schnarchnasen von der Sozenbasis:

Die Typen, die sagen, ihr sollt die Große Koalition eingehen, die werden euch dann immer noch nicht wählen! Die Typen, die sagen, die LINKE sei pfui, die werden euch dann immer noch nicht wählen! Die Typen, die von euch einen kapitalfreundlichen Kurs unter dem falschen Etikett "wirtschaftsfreundlich" abverlangen, die werden euch dann immer noch nicht wählen! Die Typen, die von euch soziale Kälte und "harte Einschnitte" verlangen, die werden euch dann immer noch nicht wählen! Die Typen, die wollen, daß ihr US-Genfraß und anderen Sauereien in diesem "Freihandelsabkommen" zustimmt, die werden euch dann immer noch nicht wählen!

Muß ich weitermachen, oder klingelts langsam bei euch Spezialdemokraten? Ihr, die ihr diesem Koalitionsvertrag zustimmt, ihr macht euch zu Erfüllungsgehilfen, zu Handlangern jener, die euch für verächtlicher halten als ihre Hausmeister. Ihr macht die Politik jener, die auf all das spucken, wofür ihr vor 40 Jahren noch einstandet. Sie spucken auf euch, und sie werden alles tun, um euch zu kleinzuhalten, trotz all eures Katzbuckelns. Hat euch niemand erklärt, daß Appeasement geradenwegs ins Verderben führt?

Ihr seid auf dem Weg, euer eigenes Projekt 18 ins Leben rufen zu müssen, und ihr werdet grandios daran scheitern. Was glaubt ihr denn, wie lange die Kalkleisten noch leben, die ihr Kreuz bei euch machen, weil sie glauben, damit "Willy zu wählen", hä? Es gibt Alternativen zu euch. Ich danke dem lieben Gott dafür.

Ihr aber, ihr werdet untergehen. Versucht doch wenigstens, etwas Würde zurückzugewinnen, nachdem, was Schröder, Clement, Müntefering und andere an euch verbrochen haben.

Sagt "nein".

So, das mußte mal raus.

(Ursprünglich geposted am 13. Dezember 2013. Ich denke mal, 2021 wird von der SPD nicht mehr genug übrig sein, um ihn nochmals zu posten.)

Mittwoch, 24. Januar 2018

Eine für den Januar.

Und wieder schlagen die Schwingen der Ewigkeit zu. Am Montag ist Ursula K. Le Guin verstorben. Im deutschsprachigen Raum war sie am ehesten für ihre Erdsee-Saga bekannt. Ich persönlich fand The Lathe of Heaven und The Disposessed besonders beeindruckend. Wie so viele Bücher von ihr war die deutsche Übersetzung aber eher so meh. Das war leider bei vielen Übersetzungen ihrer Werke so, dabei verfügte sie über einen feinen Stil.

Auch empfohlen: Der Essayband The Language of the Night.

(Bildquelle: This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International license by Polonoid.)


Donnerstag, 4. Januar 2018

24 12er-Dinge für die Kaffeepause

So. Kaffee- und Zigarettenpause. Also erst einmal ein frohes neues Jahr an alle (darf man noch sagen, solange die bettelnden Kinderbanden mit ihren Sirenengesängen nicht durch die Lande ziehen). Dieses Jahr wirds wohl wieder etwas lebhafter hier im Blog.

Fangen wir mit einem kleinen Tipp an. Nicht jeder draußen im Weltnetz ist bei Google+ (hehe), und noch weniger sind bei der deutschen RSP-Community dort. Das bedeutet, daß nur relativ wenige eine coole Aktion dort mitbekommen.
Wir wollen, anlässlich von 2400+ Mitgliedern, wollen wir mindestens 24 Beiträge sammeln, die in 12 Punkten ein Rollenspielsystem oder –setting angemessen lobhulden. Die Aktion läuft bis zum 12.1.2018. 
Neben den üblichen Verdächtigen wie Splittermond und Fate finden sich dort auch nette Exoten wie Atomic Robo oder Kagematsu. Und es sind eben keine drögen. pseudo-journalistischen "Rezensionen" wie sie in der Bloggerei leider viel zu häufig sind. Ganz unterschiedliche Charaktere werfen sich mit Eifer für ein System in die Bresche und beschreiben zwölf Aspekte, die ihnen besonders auffallen und begeistern. Gerade der Eifer und die Subjektivität sorgen dafür, daß der Leser die jeweiligen Systeme besser einschätzen kann als nach einer drögen, "neutralen" Zusammenfassung des Inhalts, was ja sonst den Großteil einer Besprechung ausmacht.

Für mehr Begeisterung! So. Das wars. Kaffee ist alle. Zurück ans virtuelle Reißbrett.

P.S.: Die Community ist durchaus auch einen Blick wert.



Donnerstag, 21. Dezember 2017

Die Wahrheit ist da draußen. Ernsthaft.

Hübscher Tweet oder? Wem der Mann nix sagt, der hier Akte X zitiert: Harry Reid war bis 2017 Senator und Führer der demokratischen Minderheit im US-Senat. Und auf was er hier Bezug nimmt, ist eine interessante Geschichte, die auf der Titelseite der renommierten New York Times begann und jenseits des Teichs und an vielen anderen Orten der Welt in den Medien diskutiert wird.

Naja. Bei uns alles ruhig.

In besagtem NYT-Artikel geht es um ein kleines schwarzes Pentagon-Projekt, das heimlich UFO-Sichtungen untersuchte. Der kleine schwarze Bruder vom dahingeschiedenen Projekt Blue Book sozusagen. Wie klein? 22 Millionen, also im Pentagon eigentlich gerade genug Kohle für eine Runde Kaffee und Donuts.

Initiiert hat das Projekt eben dieser Senator Reid. Und sie haben auch Dinge gefunden. Nach Angaben des ehemaligen Projektleiters Luis Elizondo genug, um ernsthaft beunruhigt zu sein.
Er beschrieb Massen ungeklärter Sichtungen von Navy-Piloten und anderen Beobachtern über fliegende Objekte mit Fähigkeiten, die weit über das derzeit areodynamisch mögliche hinausgehen. Die Sichtungen, so Elizondo zu POLITICO, wurden oft aus der Nähe von Nuklearanlagen berichtet, entweder Schiffen auf See oder Kraftwerken. "Wir hatten sowas noch nie gesehen."
Gleichzeitig wurden einige Videos veröffentlicht (eines ist im Beitrag der NYT, ein anderes sieht man hier), die definitiv UFOs zeigen. Also UFOs im Sinne von ungeklärt - ob Centauri mit prächtigen Frisuren drinsitzen, kann man natürlich nicht sagen.

Seit dem Artikel sind andere Artikel in "seriösen" Medien erschienen, die sich ernsthaft mit den Fragen befassen. Auch wichtige Nachrichtensender (CNN und MSNBC z.B.) berichten, und zwar ganz ohne die übliche Häme, mit der sich die Moderatoren abzugrenzen pflegen. Das ist nach Jahrzehnten, in denen das Forschungsfeld tabuisiert und verächtlich gemacht wurde, außerordentlich.

Ein Artikel in den Mainstreammedien nimmt sich ernsthaft des Themas an, das kann vorkommen, das kam immer wieder mal vor, da und dort eine vorurteilsfreie Doku auf BBC und dergleichen. Aber andere Medien ziehen mit und headlinen ebenfalls UFOs. Da wirds dann schon fast unglaublich.

Aber - warum jetzt? Ernsthaft. Ist jetzt nicht so, daß das die ersten Nasen aus dem militär-industriellen Komplex sind, und überzeugendes Bildmaterial gabs auch schon vorher und aus Zeiten, da Fakes weitaus schwerer zu bewerkstelligen waren.

Nächste Frage: Deuten die zwischen den Zeilen tatsächlich an, ein UFO abgeschossen oder zumindest erbeutet zu haben? In der New York Times heißt es:
Auf Mr. Bigelows [Partner des Pentagon] Anweisung baute die Firma Gebäude in Las Vegas für die Einlagerung von Metallegierungen und anderen Materialien um, die nach Angaben von Mr. Elizondo und anderen Partnern des Programms bei UFO-Vorfällen geborgen worden waren.

Wiederum interessant: Warum twittert Dr. Greer gerade Amok, all das sei eine False-Flag-Operation? Wer Dr. Greer nicht kennt - je nachdem, wie du dein Aluhütchen trägst, gilt er als eminenter Ufologe oder als Scharlatan, der eine große False-Flag-Operation dirigiert. Ja, die Szene kann zuweilen etwas unübersichtlich werden.

Auch spannend: Das oben von mir verlinkte Video, das zu jenen aufregend neuen gehört, die vor einigen Tagen veröffentlicht wurden, das steht seit mindestens März 2017 (recht unbeachtet) im Netz. Mmmmh.

Irgendjemand wollte diese Infos draußen haben und sie ernsthaft diskutiert wissen. Die Frage ist natürlich "warum" und noch wichtiger "warum jetzt". Ha. Das sind genug Fragen für eine weitere Staffel American Nitemare.

Ich geh mal mein Alumützchen suchen.


Dienstag, 19. Dezember 2017

Mit denen kann man arbeiten

Ich so: "Wir wäre es - nach der Blue Box für Einsteiger - mit einer Red Box für Erfahrene? Liefert die Heldengrade 3-4 nach, noch ein paar Zauber, ein vollständiges Bestiarium und eine geile, möglichst epische Kampagne dreimal so umfangreich wie die in der Einsteigerbox, dazu das Setting-Begleitheft mit den SL-Infos zur Kampagne und vielleicht floor plans der entscheidenden Setpieces."

Uhrwerk so: "Diese Box baut auf der Splittermond Einsteigerbox auf und erweitert die dort enthaltenen Regeln und Hintergründe. So finden Sie in dieser Box nicht nur zusätzliche Abenteurer, weitere spannende Zauber und Meisterschaften sowie eine brandneue Kampagne in den fernen Dschungeln Arakeas, sondern auch Regeln, um Ihre Charaktere auf den dritten und vierten Heldengrad zu steigern und sie somit noch mächtiger zu machen!"

Jo. Mit denen kann man arbeiten. Nur rot isse leider nüscht, sondern wieder penaten. Dabei wäre rot eine hübsche Verbeugung gewesen. Aber die Box steht auf der Liste.

Donnerstag, 30. November 2017

Nein, danke, isch möschte nischt meer.

Jopp. Als Schüler oder Student war das Termine finden fürs Rollenspiel leicht. Als Erwachsener mit rasch dahingleitendem Leben? Nicht so sehr.

Deswegen ist es immer toll, wenn dann der Termin festgeklopft werden kann, einmal im Monat ist schon ehrgeizig. Es erfordert, daß sich die Leute zusammenreißen. Und es ist alles andere als einfach.
Nicht so toll. Geburtstagsbrunch vom Bruder (gefühlt 1 x alle hundert Jahre) und der fängt um 10 an. Ich liebe gemütliche Brunchs und 3 Stunden sind schon etwas knapp für gemütlich. Aber zur Not.
Da ist ne Geburtstagsfeier von 'ner lieben Kollegin, aber ich kann vielleicht absagen. 
Ja. Das sind authentische Zitate. Das motiviert als SL, wenn man den Termin schließlich gebacken kriegt. Da hängt man sich rein, auch wenn man als SL gesagt hat, man habe eigentlich für die nächsten Monate keine Zeit, und muß dann doch einspringen. Was nicht motiviert in diesem Falle, ist das Nachspiel. Wenn der Spieler, der es nun gar nicht nötig zu haben scheint, in das hauseigene Terminboard zu schauen, nach mühsamer Terminfindung kurz mitteilt.
Ich verschwinde zwischendrin für ein paar Stunden auf den Weihnachtsmarkt, um mich mit ein paar Freunden zu treffen.
Nope. Du verschwindest nicht "für ein paar Stunden". Du verschwindest ganz oder gar nicht, ersteres auf Dauer, falls da Unklarheiten bestehen sollten. Ich habe keinen Bock mehr auf diese Sperenzien. Später kommen kann ich verstehen. Früher gehen auch noch. Mag ich beides nicht, kann aber passieren und wird bei der Terminfindung kommuniziert und dann möglichst vermieden (so man sich zur Teilhabe nicht zu fein ist). Aber zwischendrin gehen wollen (nicht müssen) und das mal im Nachgang in den Raum werfen?! Nein, danke, isch möschte nischt meer.

Hab ich wirklich nicht nötig.

Mittwoch, 25. Oktober 2017

Wait! What? In Memoriam Ralf Hlawatsch?!

Gerade erfahren, daß Ralf Hlawatsch verstorben ist, im Oktober 2017. Zumindest dem Orkenspalter nach.

Wow. Der war nur ein bißchen älter als ich (und Raddatz letztes Jahr war sogar jünger). Der hat einige großartige Sachen gemacht. Okay, und einige nicht so großartige, aber de mortis nihil nisi bene. Wir schweigen über das Tal der Finsternis und erinnern uns an vieles andere.
Einst lebten vier Maiden im Lyngwyner Moor,
und jede sich Elfwin zum Liebsten erkor.
Doch keine ward glücklich mehr seit jenem Tag,
und so hört man um Mittnacht der fünf Seelen Klag.
Ruhe in Frieden.

Mittwoch, 16. August 2017

Respekt

Ich bin ja nicht eben als Fanboy des Schwarzen Auges verschrien, aber Ehre, wem Ehre gebührt.

Bei ihrem Krautfunder zu einer Neuauflage von DSA 1/1.5 haben die Homeriker fast 80.000 Euro eingesammelt und fast 600 Backer gefunden. Für die wirklich ganz alten (und unerreicht schönen) Kamellen von vor dem Krieg.

Das muß man erstmal schaffen. Die mußten mittlerweile soviele Extras und Goodies freischalten, daß die Box aus allen Nähten platzen sollte, wenn da einer das volle Programm will. Und es gibt eine Maske des Meisters. EINE MASKE DES MEISTERS!

Wer teilnehmen will, der kann das dann hier noch für einige Stunden tun.

(Warum die "Let's Plays" allerdings als "Goodies" dabei sind? Sind das nicht "Baddies"? Die Ausschnitte, die ich gesehen habe, waren blanke "Hähä waren die damals blöde"-Attitüde von Menschen, die nicht mal so tun, als sei das gutmütiger Spott. Ma gavte la nata. Naja, vielleicht ist mein Einblick zu begrenzt, und das ist wirklich cool, wer weiß.)

Sonntag, 13. August 2017

Aventurienschreibe oder: "Mein Aventurien ist nicht so finster."

Ist schon ein wenig her. Ich habe für meine Gruppe meinen DSA-Retro-Mutanten geleitet und wollte natürlich ein bißchen "Stimmung" aufkommen lassen. Also habe ich ihnen vor dem Spiel im Hausforum ihre Situation in Havena im Jahre Hal 3 geschildert. Einen ganz normalen Tag, für den ich versucht habe, sowas wie "Aventurienschreibe" zu emulieren, das Raunende, Onkelhafte.

Ich bin wohl ein finsterer Onkel. Die einzige direkte Reaktion, die folgte war: "Also. Mein Aventurien ist nie so finster gewesen." Die Reaktion habe ich gerade ausgegraben, den Text auch. Also poste ich ihn mal (ja, mit allen möglichen Fehlern, das wurde nie korrigiert). Vielleicht gibt es ja noch mehr finsterliche Meister des Schwarzen Auges. :)

Havenas Glanz und Ruhm sind lang vorbei. Der Hafen steht noch immer teils eingesunken wie vor 300 Jahren, und die Geschäfte laufen schlecht, nicht zuletzt wegen der Konkurrenten aus dem Lieblichen Feld. Sicher, die neue Residenz des Fürsten Cuanu erstrahlt, und Kaufmannsfamilien wie die Rastburgers häufen ungeahnte Reichtümer an, doch Hunger und Armut sind für viele Einwohner Havenas Gefahren, die sie täglich bedrohen. Die fleißigen Handwerker und Arbeiter in Nalleshof, Unterfluren und anderen Vierteln kommen über die Runden, doch unter ihrer alltäglichen Fröhlichkeit existiert das Wissen darum, daß oft nur ein Unfall, eine schwere Krankheit sie von Armut und Obdachlosigkeit trennt.

Es gibt Viertel, in denen sich dicht an dicht Elend und Gewalt in die Gassen drängen. Die Häuser sind seit dem Beben nicht repariert worden, die Mauern lehnen sich über die engen Straßen oder aneinander um Halt zu suchen, und manch Gebäude wird von einem Dutzend Stützbalken daran gehindert, seinen Rissen endgültig nachzugeben.

In der Dunkelheit verkaufen sich ausgemergelte Gestalten für ein paar Heller an Fremde, um sich das nächste Glas Andergaster leisten zu können. Der Alkohol in den Schänken ist stark und kostet kleine Münze. Betrunkene torkeln nachts durch die Gassen, übergeben sich oder brechen zusammen, um ihren Rausch im Dreck auszuschlafen. „Biber“ nennt man die kleinen Diebe, die derlei Betrunkene niederschlagen oder ihnen gleich die Kehle durchschneiden, um ihnen die letzten Groschen und Hehler zu stehlen.

Gewalt ist allgegenwärtig im „Orkendorf“, und niemand hört Dich schreien. Weder die Schreie aus den Häusern, wo Elend sich in familiärer Gewalt entlädt, noch Schreie auf den Straßen finden Beachtung. Die Stadtgarde läßt sich hier allenfalls sehen, wenn Aufstände drohen und die Ordnung in Gefahr ist.

Rasch erwirbt man im Orkendorf die Wachsamkeit eines Mohas, das durftet ihr feststellen. Ihr spürt es, wenn sich jemand in der Dunkelheit von hinten nähert. Ihr wäret gerne woanders, doch die Schmalheit eurer Geldbörsen zwingt euch in die Gassen des Elends. Kein lohnenswerter Auftrag, kein Abenteuer mit dem Versprechen auf Gold kam in den letzten Wochen Eures Wegs. Heuern ist auch schlecht, denn der Handel auf See und Fluß ist zu einem Rinnsal verkümmert, und die wenigen Kapitäne und Händler, die noch im Geschäft sind, haben ihre festen Mannschaften.

Wenigstens habt ihr eine Unterkunft, die nicht vor Schmutz starrt und wo man nicht befürchten muß, am morgen mit einem Schnitt durch die Kehle in Borons Hallen zu erwachen. Die Taverne zum Großmast wird vom Wirt Talock Winnel als Fels im anbrandenden Elend geführt, und seine Frau Caenna kocht sehr lecker. Sicher, ist man zu betrunken oder hat ein Flittchen im Arm, dann muß man im Schuppen pennen, doch dafür ist es möglich, das Silber für die Bleibe auch mal ein, zwei Tage später in die schwieligen Hände Talocks zu drücken.

Das ist fürwahr ein Trost, denn in euren Beuteln haben die Münzen soviel Platz, daß sie nicht mehr klimpern. Oh, es waren trockene, und manchmal gar hungrige Tage in den letzten Wochen, wo es nur für das schale Bier in der Eichstube reichte.

Doch heute ist alles anders. Die Männer des Fürsten haben den gefürchteten Piraten Rhonan den Schwarzen gefaßt. Heute morgen haben sie ihn in die Stadt geschleppt. Es gab ein faires Verfahren von zwölf Minuten, und während sich die Bevölkerung zusammenfand, wurde eilends die Hinrichtung auf dem Turnierplatz vorbereitet.

Das Stiergebrüll des Piraten stieg in die Abenddämmerung, als man ihm zur Richtstätte zerrte, und er rief den Zorn und die Rache der Niederhöllen auf die Stadt herab. Ein Nicken des Fürsten Cuanu, und das breite Schwert des Henkers machte dem Gezeter ein Ende. Dann erging es Rhonans Spießgesellen nicht besser, und ihrer mehr als ein Dutzend ließen das Leben auf dem Schafott, das im Blute ihrer Gerechtigkeit schwamm.

Die ganze Stadt feiert, und auch im Orkendorf werden die Becher auf den Fürsten gehoben. Die Stadtgarde hatte sich kurz blicken lassen und Beutel mit Silbertalern bei den Schankwirten gelassen, auf daß ein jeder Bürger Havenas seinen Fürsten mit Bier und Schnaps preisen kann.

Es geht hoch her in den Schänken, die Luft ist dick und schneidend. Man läßt den Fürsten hochleben, man trinkt auf den Schneid von Chard Beannard, den Stadthauptmann, der den Piraten in einem nahen Rasthaus an der Straße nach Abilacht fangen konnte. Heute Nacht sind alle dem Fürsten ergeben.